Colca-Tal

Von Arequipa aus ging es in das unter Touristen heißbegehrte Colca-Tal, das vor allem deshalb so beliebt ist, weil man hier mit großer Sicherheit Kondore beobachten kann. Jeden Morgen nutzen diese Riesenvögel die erste Thermik, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Entlang der Schlucht des Flusses Colca befinden sich mehrere Aussichtspunkte, denen sich die Tiere bis auf wenige Meter nähern.

Ganz in der Nähe einer solchen Aussichtsplattform hatten wir einen ruhigen Schlafplatz gefunden. Somit konnten wir – ganz im Gegensatz zu der Mehrzahl der Touristen, die bereits um vier Uhr morgens die Anfahrt in das Colca-Tal starten – ausschlafen und zu perfekter Stunde den besten Mirador aussuchen. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis der erste Kondor an uns vorbeisegelte – ein imposanter Anblick.

Beeindruckend sind die vom Aussterben bedrohten Vögel vor allem wegen ihrer enormen Spannweite von mehr als drei Metern; damit sind sie die größten fliegenden Vögel der Welt. Außerdem schmücken sich die männlichen Exemplare mit einer weißen Halskrause, die ihnen noch die sprichwörtliche Krone aufsetzt.

Die gesamte Region ist von starker Erdaktivität gezeichnet; Ausdruck dessen ist unter anderem der Colca-Canyon, der mit seinen rund 100 Millionen Jahren aus geologischer Sicht als jung gilt. Die Aktivität des Erdbodens ist heute vor allem durch die dampfenden Vulkane und sprühenden Geysire deutlich sichtbar. An einen der Geysire, der auf 4300 m liegt, konnten wir bis auf wenige Schritte heranlaufen. Überrascht hat uns vor allem das ohrenbetäubende Getöse, das produziert wird, wenn das Wasser hoch in die Luft gespien wird.

Wie fast überall in Peru finden sich auch im Colca-Tal Ruinen eingeborener Völker. In der Nähe des Dörfchens Yanque, wo wir eine Nacht verbrachten, besuchten wir die verlassene Siedlung Uyo Uyo. Hier lebten um das Jahr 1300 herum die sogenannten Collagua, anschließend wurde der Ort von den Inkas und später den Spaniern blutig besetzt.

Unser letzter Halt im Colca-Tal war das Dorf Sibayo, wo wir auf 3900 m bei Minusgraden die bisher kälteste Nacht verbrachten. Lesson learned: neuen Schlafsack in Cusco shoppen.