Petrus war uns gut gesinnt und wir kamen in den Genuss, den Gletscher Perito Moreno bei allerbestem Wetter zu besichtigen. Wir konnten uns vom eisblauen Riesen nicht sattsehen, der an manchen Stellen um die 5 km breit ist. Es ist faszinierend, wie immer wieder Eisstücke an dessen Spitze abbrechen und mit Getöse teilweise 70 m hinab in den See fallen – ein Naturschauspiel der Extraklasse.
Dass sich immer wieder gigantische Eisblöcke vom Gletscher trennen, hat glücklicherweise nichts mit der Erderwärmung zu tun. Vielmehr ist es das Resultat des stetigen Voranschreitens der enormen Eismassen, denn dieser Gletscher gehört zu den Letzten der Erde, die momentan noch wachsen und damit sehr aktiv sind.
Offenbar fasziniert vom Gletscher war auch Kilians Cousin Philipp, der unerwartet vor uns stand und uns fast nicht erkannte – vielleicht lag es aber auch an Kilians Bart, der inzwischen wieder eine beträchtliche Länge erreicht hatte 🙂 Wie die Welt doch klein sein muss, wenn man sich fast am „Ende der Welt“ zufällig über den Weg läuft. Abends luden wir Philipp noch zum Abendessen in unsere VW-Bus-Suppenstube ein und tranken in der lokalen Brauerei von El Calafate noch ein, zwei Bierchen zusammen.
Am nächsten Tag ging es für uns weiter über die Grenze nach Chile. Unser Ziel war der wohl bekannteste Nationalpark Patagoniens, Torres del Paine. Markenzeichen des Parkes sind die markanten Felsen, die – wenn man wie wir von der flachen Pampa her anreist – urplötzlich am Horizont aus dem Boden zu schießen scheinen.
Insgesamt drei ruhige Tage verbrachten wir im Nationalpark mit Wandern und „Sightseeing“. Weniger ruhig waren die Nächte, denn hier weht der Wind nicht selten mit 100 bis 120 km/h – das ließ unseren Bus ziemlich schaukeln. Da sind wir froh, dass unser Büssli doch windschnittiger ist als andere Wohnmobile, die hier auch schon mal von der Strasse gefegt werden.
Ausgangspunkt für die meisten Touristen zu den Torres del Paine ist Puerto Natales. Im beschaulichen Fischerort sind wir aktuell auch und planen unsere Weiterreise nach Punta Arenas und danach weiter über die Magellanstrasse nach Feuerland. Wir berichten!



















