Eine der Vegetationszonen, in die es uns bislang nicht verschlagen hatte, ist das Sumpfgebiet. Deshalb nahmen wir die Gelegenheit wahr, um uns im Norden Argentiniens in dieses unbekannte Universum vorzutasten. Hier liegen zwei Nationalparks, von denen andere Reisende nur so geschwärmt haben und wo einem allerhand wilde Tiere versprochen werden.
Und dieses Versprechen wurde zu unserer Freude gehalten.
Schon auf dem Weg in den Mburucuyá Nationalpark liefen uns mehrere Capybaras – auch Wasserschweine genannt – über den Weg. Diese Tiere muss man sich optisch wie riesige Biber vorstellen. Wir stoppten einige Male, um sie zu beobachten und Fotos zu machen – und zu unserem Erstaunen schien sie das nicht groß zu stören.
Sonderlich beeindruckt von unserer Anwesenheit war auch das Krokodil nicht, mit dem wir am Tag drauf die Ehre hatten. Nach einer kurzen Wanderung durch einen Mix aus Dschungel, Palmenwald und Sumpf kamen wir zum Ufer eines Sees. Am Ende eines Stegs, der gleichzeitig Aussichtspunkt ist, machten wir Picknick und hielten nach Krokodilen Ausschau. Und tatsächlich: Direkt zu Füßen des Steges hatte eines es sich bequem gemacht. Perfekt getarnt ragten nur Nase und Augen aus dem Wasser – nur durch ein Blinzeln hatte es sich verraten.
Unserer Meinung nach ziemlich schlecht getarnt hingegen war ein kleiner Hirsch, der am Ufer ganz in der Nähe des Aussichtspunktes graste. Möglicherweise ist er genau wie die Capybaras an Menschen gewöhnt und schien auch überzeugt zu sein, nicht zur Leibspeise der Krokodile zu gehören…
Auf dem Campingplatz des Nationalparks verbrachten wir eine Nacht. Zur Dämmerung markierte die dort lebende Affenfamilie mit lautem Gebrüll ihr Territorum. Einen der Affen sahen wir am Morgen durch die Baumkronen hüpfen, nachdem uns der Parkranger zeigte, wo sich die Familie normalerweise aufhält.
Nachts fielen zum Glück ein paar Regentropfen und ließen die Temperaturen etwas sinken. In den Nächten davor hatten wir nämlich mit unerträglicher Hitze zu kämpfen und nur wenige Stunden Schlaf bekommen. Wir konnten also erholt unseren Weg fortsetzen und die Sümpfe von Iberá ansteuern, ein gigantischer Nationalpark, in dem mehrere bedrohte Arten geschützt werden.
Dem dort lebenden Jaguar sind wir zwar nicht begegnet, dafür aber vielen anderen Tieren. Direkt an unserem Schlafplatz schien den Capybaras das Gras ganz besonders gut zu schmecken: Zuhauf tapsten sie aus dem nahegelegenen Sumpf und verbrachten Stunden inmitten der anderen Parkgäste.
Unter großem Geschrei meldeten zwei riesige, wunderschöne Aras ihren Anflug an und bedienten sich an den Guavenbäumen. Mit einem geübten Griff ernteten sie die Früchte frisch vom Baum und hielten sie in den Krallen, um sie rundherum abzuknabbern – sehr beeindruckend, diese kleinen Gourmets!
Die meisten der Krokodile, die wir im Nationalpark sahen, hielten sich in den etlichen kleinen Seen auf und erweckten den Anschein, als würden sie sich im Laufe des Tages nur wenige Zentimeter fortbewegen. Als wir allerdings auf dem Rückweg hinaus aus dem Park waren, konnten wir unseren Augen erst gar nicht trauen: Auf einer Wiese direkt neben der Straße machte ein riesiges Krokodil Pause. Wir hielten an, um es – natürlich aus dem Auto heraus – genauer anzuschauen. Das passte ihm anscheinend nicht so sehr, denn schon bald darauf trottete es in Richtung Sumpf und verschwand mit einem Platsch im Wasser.
Die besten Fotos dieser wilden Tierwelt wollen wir euch nicht länger vorenthalten, deshalb dieser Zwischenbericht. Über unsere Weiterreise durch den Dschungel der Region Missiones – dem äußersten nordöstlichen Zipfel Argentiniens – berichten wir euch in den nächsten Tagen separat.









