Home, sweet home – zumindest fast…

Nach zehn Monaten, 35.000 Kilometern, vier Zeitzonen, acht Ländern, keinem Platten, einem kaputten Stoßdämpfer, mit unendlich vielen Fotos und noch mehr schönen Erinnerungen sind wir wieder zurück in der Schweiz.

Unsere Rückkehr nach Europa und die Verschiffung unseres Busses mussten wir wegen Corona leider um einen Monat vorverlegen. Deshalb schippert der Bus im Moment schon irgendwo auf dem Atlantik. Die genaue Position des Schiffes könnt ihr hier ansehen. Und wir? Wir schippern zum Glück nicht gemeinsam mit dem Bus irgendwo auf dem Ozean, sondern konnten dank deutschem Rückholprogramm nach Europa zurück fliegen (Danke, Frau Merkel).

Nun sind wir seit drei Wochen wieder Zuhause. Naja, fast. Wegen unserer verfrühten Rückkehr ist unsere Wohnung noch besetzt. Halb so schlimm, wir genießen bei bestem Wetter die Ruhe in den Flumserbergen.

Immer wieder werden wir nun gefragt, welche Orte uns auf der Reise besonders gut gefallen haben oder was besondere Herausforderungen waren. Wir haben uns dazu Gedanken gemacht und möchten sie hier mit euch teilen.

Was war besonders schön oder einzigartig?

Nora: Zu meinen Favoriten gehören sicher der Tayrona-Nationalpark im Norden von Kolumbien mit seinen paradiesischen Stränden und die Pinguinkolonie auf Feuerland.

Kilian: Schwer zu sagen… vieles, alles.

Was war nicht so schön?

Nora: Die vielen Tausend Straßenhunde, die durch Südamerika streunern.

Kilian: Dass Nora immer wegen der Kälte jammert… 😉

Kulinarische Highlights?

Mote con Huesillo (Rezept hier), Kochbananen, Mate, die Avocados aus Peru, Papaya, Choripan – eines der Nationalgerichte Chiles und eigentlich ein simpler Hot Dog

Das verrückteste Klima?

Als der Bus in den peruanischen Anden während der Nacht VON INNEN zufror.

Als wir im chilenischen Nationalpark Torres del Paine in der Nacht kaum schlafen konnte, weil der Wind den Bus so schaukelte.

Das Haarsträubendste? Oder: Was werden wir nicht vermissen?

Dass das Leitungswasser nicht einfach so getrunken werden kann und wir ständig Trinkwasser kaufen mussten.

Duschen, unter denen es einem aufgrund der abenteuerlichen Kabelkonstruktionen gerne mal eins zwickt. Reisende bezeichnen sie auch liebevoll als Suicide Showers.

Die Küchenbaukünste bzw. dass man am besten in Badehose seinen Abwasch macht.

Das endlose Hin- und Her mit den VW-Garagen wegen unserem Stoßdämpfer.

Tierische Begegnungen, die uns in Erinnerung bleiben werden?

Nora: Die Vogelspinne, die in Chile am Strand auf einmal unter meinem Stuhl saß. Die süßen Alpakas in den Anden.

Kilian: Die Krokodile und Wasserschweine im Norden Argentiniens. Die Gürteltiere in Patagonien.

Unverbesserliche Begegnungen mit Menschen?

Haufenweise. Zum Beispiel Sämi mit seiner Hundefamilie. Er ist Schweizer und betreibt einen Campingplatz im Norden Ecuadors. Seine Frau ist Ecuadorianerin und wohnt in der Schweiz.

Oder Boris, der Hüter der letzten chilenischen Chinchillas, der uns in seinem Nationalpark herumführte und so unglaublich stolz war auf sein Schweizer Taschenmesser.

Oder Rudi und seine Freundin, die beide deutsche Vorfahren haben und die wir im Süden Brasiliens auf einem Campingplatz kennenlernten. Prompt luden sie uns zu sich nach Hause ein, nämlich ins Dorf Gramado, dem St. Moritz Brasiliens. Leider kam es nie zu diesem Besuch, da wir wegen Corona und der bevorstehenden Grenzschließungen in Windeseile über die Grenze nach Uruguay fahren mussten.

Und last but not least natürlich die Begegnungen mit anderen Reisenden. So etwa Marcel und Annelies, mit denen wir in Patagonien Weihnachten und Silvester verbrachten und eine super Zeit hatten. Auch Eva und Patrick mit Nerina, die wir mehrmals in Peru und dann wieder in Uruguay trafen, um das Flug- und Botschaftschaos gemeinsam durchzustehen. Und natürlich Horst mit seiner Hündin Coco, denen wir auf unserer Reise immer mal wieder über den Weg gelaufen sind.

Gab’s auch mal ein Fettnäpfchen?

Oh ja! Zum Beispiel als wir einen jungen argentinischen Tramper mitnahmen und Nora ihm einen Mate anbot. Hierzu muss man wissen, dass das Zubereiten und Anbieten eines Mate eine hohe Kunst sind und gewissen „Regeln“ folgt. Die hatten wir bis dato natürlich noch nicht studiert und so bekam Nora eine kleine Privatvorlesung in Mate-Trinken 😀

Oder auch Kilians Idee, bei der Fährüberfahrt der Magellanstraße zwischen dem Festland und Feuerland an Deck zu gehen und nach Delfinen Ausschau zu halten. Wenn man das Gefühl hat, dass der Wellengang schon nicht so schlimm sein wird, kann man schon mal pitschnass werden 😀

Soweit zu einigen unserer Highlights und ganz besonderen Erlebnissen während der Reise. Wir freuen uns, euch alle bald persönlich wiederzusehen und euch noch mehr zu erzählen!